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Ziele des Forums und Adressaten

Wie kann sich das Verstehen und Darstellen der tradierten Werke vertiefen? Vielfach begnügen wir uns damit, nur das Nacheinander der einzelnen musikalischen Ereignisse, der Phrasen, der Perioden, der wechselnden Charaktere zu verfolgen, statt auf das zu hören, was zwischen ihnen geschieht und zu hören, wie sie sich wechselseitig bestimmen. Wie kann die Beziehung zwischen dem Einzelnen und Ganzen, d.h. ihr Sinnzusammenhang sich erschließen und hörbar werden? Das ist die Zielfrage, der sich dieses Forum widmet. Zwei Themenkreise, die noch weithin unterbelichtet sind, stehen im Mittelpunkt. Das ist zum einen die Analyse für die Darstellung, sie fragt nach der Energetik der Struktur und deren Ausdruck. Zum andern ist es der Körper als Instrument der Musik und die Frage: Wie kann die Spielbewegung zur hörenden Bewegung werden? Wie kann die Fähigkeit der empathischen, mimetischen Erfahrung von Musik aktiviert werden? Durch Analyse und durch die psychosomatische Aufmerksamkeit des Spielers auf seine eigenes Hören und Bewegen, können sich die Tore zu ungenutzten Potenzialen öffnen. Unterstützt wird dies durch vorinstrumentale Übungen zur Disposition des Spielens wie Entspannung, Konzentration, Haltung, Qi Gong u.a..

Die Idee dieses Forums ist hervorgegangen aus der gemeinsamen Arbeit mit Prof. Jürgen Uhde: den internationalen Kursen, Vorträgen und dem "Studio für pianistische Interpretation" in Weingarten. Die leitenden Gedanken zu Problemen der musikalischen Darstellung sind in den beiden Büchern "Denken und Spielen" und "Forschendes Üben" niedergelegt. Sie sollen in diesem Forum in Gestalt von Vorträgen und Kursen vorgestellt, praktisch erprobt und weiterentwickelt werden, vor allem auch durch den Dialog.

Adressaten sind professionelle Musiker, Studenten aber auch interessierte Laien als passive Teilnehmer. Die pianistische Arbeit steht im Mittelpunkt, die Methode der Analyse jedoch und gewisse psychosomatische Grundprinzipien gelten auch für Sänger und andere Instrumentalisten.
Gedacht ist darum an Kurse, die in kleinen Gruppen nicht nur sporadisch, sondern auch kontinuierlich tagen. Vielleicht finden sich Arbeitsgruppen, die sich in gewissen Abständen zu Plenarveranstaltungen treffen, wo dann ein wirklicher Dialog zwischen Dozenten und Teilnehmern entstehen kann.
Darüber hinaus bietet der Runde Tisch die Möglichkeit für einen Erfahrungsaustausch, in dem Fragen, Bedenken, Anregungen, neue Perspektiven, auch Vorschläge zum Kurs- und Vortragsangebot diskutiert werden.